Das Herz Amerikas in Arlington
Zeremonie des Wachwechsels am Grabmal des unbekannten Soldaten
Noch sehr viel eindrucksvoller ist jedoch die Zeremonie des Wachwechsels am Grabmal des unbekannten Soldaten, die regelmäßig - in der Hochsaison sogar bis zu zweimal pro Stunde - vollzogen wird und auch von Touristen bestaunt werden kann. Voraussetzung: Man hält sich an das Protokoll. Dieses wird zuvor verkündet und besagt sinngemäß, dass man gefälligst die Klappe halten soll, der Zeremonie den angemessenen Respekt zu zollen hat und beim Abspielen der Nationalhymne - ob nun Amerikaner oder nicht - die rechte Hand aufs Herz legt.
Man kann über Sinn oder Unsinn solcher Rituale streiten, aber mich hat das Schauspiel nachhaltig beeindruckt. Es ist absolut faszinierend, bis zu welchem Grad menschliche Bewegungen durch militärischen Drill perfektioniert werden können. Eine derartige Exaktheit des Ablaufes habe ich, abgesehen von chinesischen Stechschrittbataillonen, weder beim Wachwechsel vor dem Buckingham Palace, noch bei der Schweizer Garde im Vatikan beobachten können …und auch nicht beim Wachbataillon der Bundeswehr. Das ganze Schauspiel mag aus der Zeit gefallen sein, es spiegelt jedoch nicht nur die Würde der Soldaten wider, es sagt auch etwas aus über deren große Hingabe an Ihren Beruf – und mehr noch: Über allem steht die bedingungslose Liebe zu ihrem Land. Einer von jenen Momenten, an die man noch lange denkt.
Andreas G., Redaktion reise trends - ganz besondere Momente
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